In meinem Exkurs über Allversöhnung beschäftigt mich die Erzählung vom Weltgericht in Matthäus 25 etwas länger. Diesmal geht es um die Frage: „Muss diese Erzählung als reale Beschreibung eines Weltgerichts mit doppeltem Ausgang verstanden werden? Kann man die Menschheit wirklich in Barmherzige und Unbarmherzige aufteilen? Handeln wir nicht manchmal barmherzig und manchmal nicht? Ist hier vielleicht mit Gericht etwas ganz anderes gemeint?“ Außerdem geht es darum, dass, wenn wir Matthäus folgen, das Wichtigste bei einem Menschen nicht ist, ob er rechtgläubig oder „ethisch korrekt“ ist, sondern ob er barmherzig ist. Und natürlich gilt das auch für Matthäus selbst: Auf den ersten Blick liest sich sein Evangelium wie eine fortgesetzte Höllenpredigt, aber auf den zweiten ist Matthäus vor allem ein Evangelist der Barmherzigkeit.
Ähnliche Beiträge

(K)ein anderes Evangelium
Was ist das Evangelium? Viele verstehen es so, wie ich es kürzlich auf einer Webseite gefunden…

Angriffe und Konflikte
Es ist um das Jahr 56. Paulus sitzt in Korinth und diktiert seinem Schreiber Tertius einen…

Evangelikale Gefühle
Alle reden über das neue Buch „Menschen mit Mission“ von Thorsten Dietz. Ich auch. Manche besprechen…

Im Paradox zu Hause
In der neuen Folge von Hasophonie wird es „geheimnisvoll“. Es geht um Schritte in die Erfahrungswelt…

Der sympathische Zorn Gottes
Der Zorn Gottes hat für viele etwas Bedrohliches. Manche Christen wünschen sich, dass es ihn nicht…

Götter, Betrüger und Skeptiker
Auf die Frage, woher das menschliche Leiden kommt, finden wir in der Bibel eine verwirrende Vielzahl…